Im Jahre 1873 übernahm der Zimmerermeister August Wilhelm Wiegels eine kleine Tischlerei am Kanalplatz in Harburg. Mit Durchsetzungsfähigkeit und Zielstrebigkeit erweiterte er die Leistungspalette des kleinen Unternehmens und schuf eine Ingenieurbaufirma mit Schwerpunkt im Tief- und Brückenbau.
1882 stellte er August Friedrich Prien ein, Absolvent der Baugewerbeschule Holzminden. 1898 wurde Prien Teilhaber der Firma, und nach dem Ausscheiden des August Wilhelm Wiegels im Jahre 1901 Alleininhaber der Aug. Prien & Co. Baugeschäft GmbH.
Inzwischen hatte sich die Firma auch im Hochbau etabliert und bis zum ersten Weltkrieg mit bedeutenden Ingenieurbauwerken, wie dem Bau der Eisenbahnbrücke über die Süderelbe, des Harburger Bahnhofes, des Harburger Rathauses, der St. Paulus-Kirche in Harburg und einer Vielzahl von Wohn- und Geschäftshäusern einen Namen gemacht.
Über 1000 Mitarbeiter wurden beschäftigt und das Unternehmen bezog ein neues Domizil am Dampfschiffsweg in Harburg - noch heute die Adresse der AUG. PRIEN Bauunternehmung.
Der erste Weltkrieg, die Inflationsjahre und die Weltwirtschaftskrise Ende der 20er-Jahre bedeuteten einen erheblichen Rückschlag in der Entwicklung des Unternehmens. Trotzdem zeugen bedeutende Bauwerke, wie die Stadthalle in Harburg (Friedrich-Ebert-Halle), Veranstaltungs-, Verwaltungs- und Industriebauten, Wohngebäude und Ingenieurbauwerke im Brücken- und Hafenbau vom Überlebenswillen des Unternehmens in turbulenten Zeiten.
Im Alter von 79 Jahren entschloss sich August Prien sen., eine für den Fortbestand seines Unternehmens bedeutsame gesellschaftsrechtliche Veränderung vorzunehmen. Am 4. November 1936 wandelte er die Firma in eine Kommanditgesellschaft um. Er selbst blieb Komplementär. Seine Kinder und weitere Familienmitglieder wurden Kommanditisten. In seinem Testament machte er seinen Erben die Auflage, dass sie die Gesellschaft fortführen sollten, ohne dass sich die Rechtsbeziehungen bzw. die Anteile der einzelnen Gesellschafter zueinander verschieben durften.
Einem kurzen Aufschwung in den 30er Jahren folgte der Niedergang der Firma im zweiten Weltkrieg mit dem Verlust vieler Mitarbeiter und fast des gesamten Gerätes.
Im Jahre 1936 war August Prien jun. als ältester Sohn in das Unternehmen eingetreten und sammelte erste Erfahrungen im Baugeschäft. Im Mai 1944 nach dem Tode seines Vaters wurde er alleiniger Komplementär und führte die Geschäfte bis 1969.
Im August 1959 wurde die August Prien Verwaltungsgesellschaft mbH als Komplementärin in die AUG. PRIEN KG aufgenommen. Der Grund war, dass sich August Prien jun. nach und nach aus dem aktiven Geschäftsleben zurückziehen wollte. Ein Jahr vor seinem Tod hatte August Prien jun. eine Denkschrift verfasst, die den Titel "Mein Vermächtnis an die Geschäftsleitung der Firma AUG. PRIEN" trug. Darin hatte er die Richtlinien für die Führung des Unternehmens niedergeschrieben. Er starb am 11. August 1969 im Alter von 84 Jahren. Nach dem Willen und dem Testament von August Prien jun. wird das Unternehmen seit 1969 von zwei technischen und einem kaufmännischen Geschäftsführer geleitet, die gleichberechtigt neben den Vertretern der Familienstämme an der geschäftsführenden GmbH beteiligt sind. Das Stammkapital liegt voll im Besitz von Mitgliedern der Familie Prien als Kommanditisten. Als neutrales Kontrollorgan fungiert ein im Regelfall aus drei Personen bestehender Aufsichtsrat.
Entsprechend dem gesamtwirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg hat sich auch die AUG. PRIEN Bauunternehmung aus dem Chaos des totalen Zusammenbruchs bis heute sehr positiv entwickelt.
Aus der Tief- und Wasserbauabteilung entstanden die selbstständigen Abteilungen Ingenieur- und Brückenbau, Hafen- und Wasserbau sowie Städtischer Tiefbau, aus der ehemaligen Hochbauabteilung die heute ebenfalls selbstständigen Abteilungen Hochbau, Schlüsselfertigbau, Wohnungsbau und Bauwerkssanierung/Bauen im Bestand.
Die Leistungspalette wurde ergänzt durch die Abteilung Stahlbau und - als weiteres Standbein des Unternehmens - die Projektentwicklung, organisiert in einer eigenen Tochtergesellschaft AUG. PRIEN Immobilien, Gesellschaft für Projektentwicklung mbH.
Die operativen Abteilungen des Unternehmens werden unterstützt durch ein leistungsfähiges Technisches Büro, eine Arbeitsvorbereitung und Betontechnologie, die sogenannten Inneren Betriebe mit Werkstätten, Geräteverwaltung usw. sowie traditionsgemäß durch eine leistungsfähige Tischlerei.
Als Aktionsfeld der Firma wurden Harburg und der Großraum Hamburg (immer noch der Schwerpunkt der Aktivitäten) längst verlassen.
So bestehen Niederlassungen seit 1950 in Bremen, seit 1984 in Berlin und seit 1995 in Köln. Im April 2012 wurde außerdem eine Niederlassung in Dortmund gegründet. Darüber hinaus hält die Firma seit 2002 eine hundertprozentige Beteiligung an der Taucher Knoth (Nachf.) GmbH & Co. KG in Hamburg und seit 1990 eine fünfzigprozentige Beteiligung an der Brünnich Bau GmbH in Kühlungsborn.
Baustellen im europäischen und auch außereuropäischen Ausland (Thailand, Westafrika, Irland) blieben auf interessante Einzelfälle beschränkt.
Die gesamte Unternehmensgruppe beschäftigt zurzeit 614 Mitarbeiter, davon 231 Angestellte und 338 gewerbliche Mitarbeiter sowie 45 Auszubildende.
Mit einer Gesamtleistung von bis zu 282 Mio. EUR ist die AUG. PRIEN Bauunternehmung mit allen Niederlassungen und Tochtergesellschaften eines der größten und mit seiner sehr breiten Angebotspalette eines der leistungsfähigsten Bauunternehmen in Norddeutschland.